Folge 1: Auf der Suche nach Ganzheit findet Gerda einen Wesensanteil!

Gerdas Geschichte hat mich sehr berührt. Deshalb möchte ich sie gerne erzählen. Gerda kam mit einem sehr berührenden Thema zu mir zu einem NaturCoaching.

Sie möchte ihre Ganzheit wieder finden. Im Alltag ist es bei ihr oft so, dass sie die Liebe und Schönheit im Alltag nicht sehen kann. Sie ist ein sehr intuitiver Mensch, hat jedoch wenig Vertrauen in ihre innere Stimme und sucht daher im Alltag oft Rat bei anderen. Ganzheit bedeutet für sie so etwas wie sich „richtig“ fühlen, den ureigenen Weg gehen, Liebe spüren. Also machte sich Gerda in meiner Begleitung auf den Weg, ihren Platz zu finden, der ihr Antworten bzw. Hinweise auf ihre Frage geben sollte.

Intention und Emotion erzeugen eine bestimmte Schwingung

Beim NaturCoaching ist es so, dass sich die Menschen zunächst mit ihrer Frage, ihrem Thema verbinden. Das geschieht, in dem sie sie in ihrem Körper spüren. Das bringt sie heraus aus dem Verstand. Sie öffnen sich für etwas „Größeres“, das mit den 5 Sinnen nicht zu begreifen ist.

Das Fokussieren auf die Fragen bzw. das Thema sendet eine bestimmte Intention aus. Die Körperwahrnehmung löst in ihnen ein bestimmtes Gefühl aus und das wiederrum wirkt wie ein Magnet. Die Quantenphysik besagt ja, dass alles Energie ist. Durch die Ausrichtung unseres Geistes in Kombination mit dem Gefühl senden wir eine bestimmte Schwingung ins Feld. Wir machen uns auf die Suche.

Sind wir im Internet unterwegs auf der Suche nach Antworten, dann googlen wir. Viele Möglichkeiten werden dann vorgeschlagen. Doch eine sticht uns sofort ins Auge. Und die klicken wir an.

Genau so kann man sich das in der Natur auch vorstellen. Wir geben sozusagen einen „Befehl“ ins Netz ein und warten, ab, was uns für „Möglichkeiten“ geboten werden, sprich welche Plätze uns anziehen. Und dabei ist der Platz, an dem wir am meisten über unsere Frage/ unser Thema erfahren können, genau der, zu dem es uns als erstes hingezogen hat.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ (aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry)

Wir Menschen haben die Tendenz zu beurteilen. So kommen wir an unserem Platz an und dann ist der vielleicht gar nicht so, wie wir uns den vorgestellt habe. Oder manchmal ist es auch so, dass die Menschen unbewusst spüren, dass dort der Schatz zu heben ist, jedoch Angst haben, ihm zu begegnen. Deshalb sage ich meinen Kunden immer schon im Vorfeld, dass der 1. Impuls genau der Richtige ist. Dort sind die Juwelen. Meine Aufgabe ist es dann auch, zu spüren, ob mein Kunde einen Platz unbewusst meidet und damit das Thema meiden will, oder ob es tatsächlich noch nicht der richtige Platz ist.

Der Naturplatz wird zum Ort des Wahrnehmens

Als Gerda an ihrem Platz ankam, sagt sie: „Den Stein habe ich vorhin nicht so gesehen! Alles ist da – die Position hier gibt Weite, und rechts und links habe ich Halt.“ Gerda steht im Wald, streckt ihre beiden Arme zur Seite und stützt die Hände gegen zwei Bäume, die ihr Halt geben. Sie blickt in die Weite (so gut das halt im Wald geht).

Die Tränen kommen. Sie ist berührt. Je länger sie so steht, desto mehr dehnt sich ihr Blick aus. Sie sagt: „Ich werde mir jetzt der Ausdehnung bewusst!…..Wenn ich die Ausdehnung spüre, wenn ich zur Ausdehnung werde, dann muss ich nicht mehr dagegenhalten!“ (mit ausgestreckten Armen gegen die Bäume, was ja auf Dauer ganz schön anstrengend sein kann) …“Ich werde müde dabei, immer dagegenzuhalten…das ist anstrengend….meine Aufmerksamkeit wird dadurch abgezogen!“

Ich lade Gerda dazu ein, mal loszulassen und wahrzunehmen, was dann geschieht. „Jetzt werden die Bäume viel plastischer!“ Sie ist selber erstaunt darüber. „Wenn ich nicht merh dagegenhalte, stehe ich fester auf meinen eigenen Füßen!“ (erstaunlich, was einem die Natur alles spiegelt!) …“Wenn ich fest auf meinen eigenen Füßen stehe, dann kann ich dem Wasser besser lauschen.“

Gerda fühlt sich wieder lebendig!

Ich beobachte, wie Gerdas Augen anfangen, zu leuchten. Ich frage sie, was sie jetzt gerne tun würde. Und sie antwortet: „Tanzen!!!“, und ihre Augen werden noch lebendiger. Ich lade sie ein, zu tanzen. Gerda tanzt und lacht.

Unsere ständigen Gedanken halten uns davon ab, uns lebendig zu fühlen

Gerda unterbricht diesen wunderschönen Tanz ganz plötzlich und stampft mit dem Fuß in den Boden. Sie sagt zu mir: „Das weiß ich ja, aber ich nehme mich immer so schnell zurück!“

Vom „Tanzboden“ zurück zu ihrem Platz stolpert Gerda plötzlich. Sie fällt auf den Waldboden. Die rechte Hand schmerzt. Dann sagt sie zu mir: „Jetzt stelle ich alles in Frage, was ich gerade erfahren habe!“

Wenn Zweifel unser ständiger Begleiter ist, dann nehmen wir uns oft zurück.

Gerda liegt am Boden und ärgert sich, weil sie so gestolpert ist. Sie verweilt noch ein bisschen am Waldboden, bis der Kreislauf wieder stabil ist. Nach einer Weile sagt sie zu mir: „Jetzt komme ich zur Ruhe.“

Das Natur Coaching wurde zwar abrupt beendet, aber das Erlebte wirkt noch nach. Auf dem Rückweg sagt Gerda zu mir: „Zur Ganzheit gehört auch der Schmerz dazu!“

Wie Gerda einen Teil ihres Wesens wiederentdeckt

Gerda ging zum Arzt und es stellte sich heraus, dass die rechte Hand gebrochen ist. Sie bekam einen Gips (oder was kommt da heute dran???). Einige Tage später erzählte Gerda mir am Telefon, dass sie sich noch Notizen zum Natur Coaching gemacht hat. Sie schrieb die Gedanken mit der linken Hand. Eigentlich ist sie Linkshänderin, aber früher wurden linkshändige Kinder eben umerzogen. Und sie sagte: „Es tut mir gut, mit der linken Hand zu schreiben. Fühle mich dabei in Ganzheit. So wie ich bin, bin ich in Ordnung.“

Auf der Suche nach Ganzheit hat Gerda einen ihrer Wesensanteile, nämlich die Linkshändigkeit wieder entdeckt. Um unser volles Potential entfalten zu können, um in die Ganzheit zu kommen, braucht es, dass wir all unsere Wesensanteile wieder integrieren. Die Schamanen nennen es Seelenrückholung.

 

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