März: Die Natur macht es uns wieder vor. Unsere gefiederten Freunde kehren zurück aus ihrem Winterquartier und stecken bereits ihr Revier ab. Die Männchen sind auf Brautschau und tun dies lautstark kund. Die intensive Sonne sorgt dafür, dass der Schnee dahin schmilzt. In den Startlöchern sind bereits die ersten Frühlingspflanzen, die nur noch darauf warten, bis der Schnee weg ist und sie sich endlich entfalten können.

Was möchte sich in Dir jetzt entfalten?

Jeder von uns ist mit ganz besonderen Talenten und Fähigkeiten ausgestattet, damit wir unsere „Lebensaufgaben“ erfüllen können. Wir wachsen und reifen, in dem wir auch unsere Fähigkeiten und Talente entwickeln und dann einsetzen. Unterdrücken wir das, was sich entfalten möchte und missachten es, dann werden wir krank.

Die Natur unterdrückt niemals etwas. Die Pflanzen wachsen, sobald ihre Zeit gekommen ist. Manche Pflanzen haben die Bestimmung, dass sie uns Menschen als Heilpflanze oder Nahrung dienen. Andere wiederrum wachsen „nur“, damit wir uns an ihrer Schönheit erfreuen können. Diesen Pflanzen würde es niemals in den Sinn kommen, ihr Wachstum zu unterdrücken.

Mit folgender Erfahrungsübung möchte ich Dich einladen, die Qualität der Natur mit ihrer Aufbruchstimmung zu spüren und herauszufinden, was sich in Dir jetzt entfalten möchte.

Nimm Dir eine gute Stunde Zeit und gehe in die Natur. Zunächst nimm die Natur mit allen Sinnen wahr. Gehe mit der Intention, „Dinge zu entdecken“, die gerade in Aufbruchstimmung sind.

Das können Pflanzen sein, die sich bereits durch die Erde gekämpft haben. Welche Pflanzen entdeckst Du?

Das können Vögel sein, die nach dem Winter wieder zurückgekehrt sind. Welche Vögel erkennst Du? Welche Vogelgezwitscher ist zu hören, das im Winter nicht zu hören war?

Das kann der Saft der Bäume sein, der jetzt in den Stämmen aufsteigt. Lege Dein Ohr an den Stamm (am besten bei einer Birke) und lausche.

Das kann die Intensität der Sonne sein.

Was siehst Du? Was hörst Du? Was riechst Du?

Wenn Du die Natur in ihrer Aufbruchstimmung genug wahrgenommen hast, nimm ein paar tiefe Atemzüge und verbinde bewusst mit der Erde. Dann stelle Dir ganz konkret die Frage: Was möchte sich jetzt in mir entfalten?

Spüre Deinen Körper. Wo in Deinem Körper spürst Du diese Frage? Wie fühlt sich diese Frage in Deinem Körper an?

Dann finde ganz intuitiv einen Naturgegenstand, z.B. einen Tannenzapfen, einen Ast oder einen Stein, oder auch einen Baum, der Dich anzieht. Verabschiede Dich dabei von der Vorstellung, wie dieser Naturgegenstand auszusehen hat. Vertraue dabei ganz fest, Deinem Baugefühl. Der erste Impuls ist genau der richtige.

Dann nimm diesen Naturgegenstand mit allen Sinnen wahr. Wie sieht er aus? Welche Farbe hat er? Welche Beschaffenheit hat er? Wie fühlt er sich an, wenn Du ihn berührst?

Dann stelle Dir die Frage: Was hat dieser Naturgegenstand mit meiner Frage zu tun? Lausche einen Moment.

Die Information kann in Form eines Gefühls, eines Bildes oder eines Gedankens kommen. Stelle Deinem Naturgegenstand direkt die Frage: Welche Information hast Du für mich? Was möchte sich in mir jetzt entfalten?

Nimm Dir dabei genug Zeit. Dann bedanke Dich bei dem Naturgegenstand auf Deine Weise und verabschiede Dich.

Vielleicht machst Du diesen Naturgegenstand mit nach Hause nehmen, damit er Dich in den nächsten Tagen auch daran erinnert, was sich in Dir jetzt entfalten möchte. Nimm dann allen Mut zusammen und breche auf!

So wie es die Raupe macht, die ihren Kokon verlässt und zum Schmetterling wird. Sie vertraut darauf, dass sie fliegen wird, sobald sie ihre Flügel schlägt, obwohl sie das davor noch nie geübt hat! Ein Wunder der Natur. So vertraue auch Du darauf, dass Du Deinen Weg gehen kannst, auch wenn es im Moment für Dich als unmöglich erscheint.

 

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