Der Monat Juni steht ganz im Zeichen der Sonne. Vom 20. auf den 21. Juni findet die Sommersonnenwende statt und wir feiern Mittsommer. Unsere Vorfahren, die Kelten, nannten dieses Fest Litha.

Auch wenn die hochsommerlichen Temperaturen noch nicht erreicht sind, feiern wir den Sommerbeginn. Johanniskräuter werden gesammelt und zu Sträußen gebunden. Ihnen wird eine besondere Schutz- und Heilwirkung nachgesagt.

Im Mittelpunkt der Mittsommerbräuche steht die Kraft des Feuers. Große Johannifeuer werden entzündet. Ein Sprung über das Feuer sollte Glück bringen und von schlechten Energien reinigen.

Die Sonnwende ist eine magische Zeit. Sie ist das Gegenstück zu den Raunächten. Eine Zeit, in der wir uns besonders intensiv mit unserer Seele verbinden können. Eine Zeit, in der Rituale besonders wirksam sind.

Mittsommer sind die längsten Tage im Jahr. Es ist Hoch-Zeit. Alles blüht strotzt vor Kraft. Hier im Hochschwarzwald sind die Weidberge voller Gingster. Die Arnika blüht. Das Sonnengelb dominiert.

Die Sonne steht auch für das Element Feuer. In meinem Blog „Das Feuer in uns“ gehe ich näher auf das Element ein.

Feuer kann unsere Leidenschaft entfachen, wenn wir es zulassen. Oftmals kennen wir unsere Leidenschaften, aber sehen einfach nicht die Möglichkeiten, diese zu leben.

Deshalb lade ich Dich zu diesem individuellen Sommersonnenwend-Ritual ein.

Nimm Dir Zeit und gehe ich die Natur. Nimm dir eine Stofftasche mit, um Materialen zu sammeln. Suche Dir einen Weg aus, an dem Du verschiedene Naturmaterialien wie Zweige, Federn, Tannenzapfen, Steine etc. findest.

Baue Dir eine Schwelle und mache Dir bewusst, mit welcher Absicht Du Dein Ritual machst. Bevor Du diese Schwelle überschreitest, komme in einen Zustand, in dem Du Dich ganz auf die Erfahrungen des Rituals einlässt.

Lass Dich hineinziehen in das Reich der Natur. Lass Dich treiben und finde einen Naturgegenstand, der Deine Leidenschaft symbolisiert. Vertraue dabei ganz fest Deinem Bauchgefühl. Gehe ohne Erwartungen, wie der Naturgegenstand auszusehen hat. Vertraue Deinem 1. Impuls.

Wenn Du den Naturgegenstand, der Deine Leidenschaft symbolisiert, gefunden hast, dann gehe in Kontakt mit ihm. Nimm ihn mit allen Sinnen wahr! Was siehst Du? Wie sieht der Gegenstand aus? Wie fühlt er sich an? Hat er eine raue oder eine weiche Oberfläche? Ist er kalt oder eher warm? Riech auch mal daran!

Stell Dir jetzt vor, Du möchtest Deiner Leidenschaft so richtig Kraft verleihen! Stell Dir vor, Du würdest diesem Naturgegenstand, Deiner Leidenschaft mit Hilfe von Feuer Kraft verleihen.

Was brauchst Du jetzt, um ein Feuer zu entfachen? Was braucht es, um das Feuer nicht nur zu entfachen, sondern auch zum Lodern zu bringen?

Zunächst braucht das Feuer eine gute Basis. Als Unterlage kannst Du ein Reisigbündel verwenden. Es verhindert, dass Dein Feuermaterial Feuchtigkeit zieht.

Mache Dir bewusst, was Deiner Leidenschaft eine gute „Unterlage“ bietet. Vielleicht wird Dir bewusst, dass Du Deiner Leidenschaft mehr Raum geben möchtest. Das könnte eine gute Basis sein.

Dann braucht es Zundermaterial. Etwas, das schnell entflammbar ist. Frage Dich, was es braucht, damit Du Deine Leidenschaft schnell entflammen kannst. Vielleicht stellst Du fest, dass Du Material brauchst, um Deine Leidenschaft „auszuüben“. Wenn Deine Leidenschaft malen ist, dann könnte es sein, dass Du Dir Materialien wie eine Leinwand und entsprechende Farben besorgst.

Deine Leidenschaft hat jetzt Feuer gefangen. Wie bei einem echten Feuer braucht es jetzt Material, um das Feuer so richtig in Gang zu bringen. Bei einem echten Feuer könnten das kleinere Zweige sein.

Mache Dir bewusst, was Dein Feuer jetzt braucht, damit es in Gang kommt. Um beim Beispiel mit dem Malen zu bleiben, könnte es sein, dass Du spürst, dass Du gerne einen Malkurs machen möchtest, um so richtig in das Thema einzutauchen.

Um unser Feuer auch stetig weiterbrennen zu lassen, müssen wir immer wieder nachschüren. Es braucht jetzt nicht das schnell entflammbare Material, sondern eher größere, lang brennende Holzscheite.

Mache Dir bewusst, wie Du Dein Feuer weiterbrennen lassen kannst. Du könntest Dich z.B. von Zeit zu Zeit mit Gleichgesinnten treffen, die Deine Leidenschaft teilen. Das erhält auch Dein Feuer am Leben.

Werde Dir Deiner Möglichkeiten bewusst, Dein Feuer zu entfachen und es brennen zu lassen.

Sammle Deine Feuermaterialien und entzünde Dein Feuer!

Das Sammeln der Materialien soll Dir bewusst machen, dass es nicht ausreicht, unsere Leidenschaft kurz auflodern zu lassen. Wir dürfen uns um unsere Leidenschaft, unser Feuer kümmern, wenn wir wollen, dass es beständig weiterbrennt. Andernfalls wird es ausgehen.

Wenn Du ein Feuer in der Natur machen möchtest, dann beachte bitte die landesrechtlichen Naturschutzbestimmungen sowie die Waldbrandgefahr.

Du kannst die Naturmaterialien auch mit nach Hause nehmen und das Feuer in einer Feuerschale entzünden.

Vielleicht wird Dir beim Feuermachen gleichzeitig bewusst, was Dich daran hindert, Dein Feuer zu entflammen. Vielleicht erhälst Du Einsichten darüber, was Dich davon abhält, das Feuer weiter brennen zu lassen oder überhaupt zu entflammen.

Sei gespannt, was sich zeigen wird!

Die Sonnenwende und das Johannisfeuer ist eine gute Gelegenheit, den Ballast, der uns von unseren Leidenschaften abhält, loszulassen. Mit leichterem „Gepäck“ können wir dann beschwingter unseren ureigenen Weg gehen!

Ich wünsche Dir viel Freude beim „Entzünden Deiner Leidenschaft“!

 

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