Ein Despacho ist eine besondere Zeremonie der Q’ero-Schamanen aus den Anden Perus. In Form eines Mandalas werden Mutter Erde und den Naturwesen Opfergaben dargebracht. Despachos sind sehr kraftvolle Zeremonien. Ich lade Dich ein, ein Ayni Despacho zu kreieren. Das Wort Ayni stammt aus der Sprache der Q ´ero Schamanen und bedeutet so viel wie Wechselwirkung. Mache Dir bewusst, mit welcher Absicht Du in das Ritual gehen wirst. Du möchtest Ausgleich und Dank ausdrücken? Du möchtest  eine Balance zwischen Geben und Nehmen schaffen? In Form von Opfergaben geben wir Mutter Erde und sie gibt uns. Damit sprechen wir auch unseren Dank aus und kommen gleichzeitig besser in Übereinstimmung mit dem Fluss unseres Lebens.

Damit Du ein Ayni Despacho kreieren kannst, bedarf es ein bisschen an Vorbereitung. Du brauchst dazu Blütenblätter, Getreide, Früchte, Federn, Zucker, Lorbeerblätter, Reis.

Dann gehe in die Natur und fnde einen Ort, an dem Du Dein Mandala legen möchtest. Bitte davor den Platz um Erlaubnis. Wenn Du innerlich ein JA verspürst, dann beginne damit, dort den Heiligen Raum zu öffnen. Unten im Text findest Du eine Anleitung zum Eröffnen des Heiligen Raumes.

Dann beginne, Dein Mandala aus Blüten, Getreide, Federn etc direkt auf die Erde zu legen. Wann immer Du etwas hineingibst, mache Dir bewusst, für was es steht. Du kannst z.B. Zucker für die Süße des Lebens hineingeben oder Reis für Fülle. Spüre, was es jeweils für Dich bedeutet.

Mache Dir dann einige „Gebetsbündel“ aus 3 aufeinanderliegenden, ganzen Lorbeerblättern. Die Q´eros nennen diese „Gebetsbündel“ qinto. Hauche Deine Gebete, Wünsche für Dich und Mutter Erde in jeweils ein qinto und lege die qintos ebenfalls in Dein Mandala. Wenn es für Dich stimmig ist, kannst Du am Ende gerne Deine Hände über Dein Bild legen und die Energie spüren. Dann bedanke Dich bei dem Platz und verabschiede Dich. Mutter Erde nimmt Deine Wünsche dankbar auf. Dann schließe auch wieder den heiligen Raum.

Gebet zum Eröffnen des heiligen Raumes:

Geliebte Mutter Erde, wie eine Mutter bist Du für uns da, bedingungslos.

Versorgst uns tagtäglich mit Deinen Früchten, gibst uns Schutz und Wärme und nimmst unsere schweren Energien auf. Ich bitte Dich um Erlaubnis, heute auf Deinem Bauch diese Zeremonie durchführen zu dürfen.

An die Winde des Ostens – an das Element Feuer – ich lade Dich ein, während dieser Zeremonie hier zu sein und diesen Platz zu beschützen. Zeige mir und meinen Brüdern und Schwester unser Feuer, unsere Intuition. Lass uns wieder die Wildheit in uns spüren. Gib uns den Mut, uns zu zeigen, wie wir sind.

An die Winde des Südens – an das Element Wasser – ich lade Dich ein, heute an dieser Zeremonie teilzunehmen. Beschütze diesen Ort der Heilung mit Deiner Energie. Schenke mir und meinen Brüdern und Schwestern den Mut und die Leichtigkeit, neue, heilsame Wege einzuschlagen.Lehre uns, im Hier und Jetzt zu leben, achtsam den anderen Lebewesen gegenüber.

An die Winde des Westens – an das Element Erde – komm hier her an den Ort der Heilung. Hilf uns, unsere Ängste und Sorgen anzunehmen und loszulassen. Unterstütze uns dabei, unsere ausgedienten Verhaltensmuster und Glaubenssätze loszulassen und neue heilsame Gedanken und Taten in unser Leben zu integrieren. Lehre uns, den richtigen Weg zu finden für uns und unsere Familien.

An die Winde des Nordens – an das Element Luft – komm hier her und sei Teil dieser Zeremonie. Lehre uns die klare Sicht auf die Dinge. Zeige uns, wie wir den nötigen Abstand gewinnen, um den Weg des Friedens zu gehen. Ich rufe meine Ahnen und Ahninnen. Setz euch an mein Feuer, wärmt euch, und erzählt mir die Geschichten der Alten. Teilt eure Weisheit und Erfahrungen mit mir, und lehrt mich den Weg über den Tod hinaus in ein neues Leben. Ich ehre euch, die ihr vor mir wart und euch, die ihr nach mir kommen werdet.

Vater Sonne, Großmutter Mond, an die Nation der Sterne – ich lade euch ein, heute mit mir diese Zeremonie zur Heilung von Mutter Erde zu feiern. Großer Geist, zahlreich wie die Sterne sind deine Namen. Du bist der namenlose Eine. Lehre uns den Spiegel des Außen zu verstehen und in uns selbst zu schauen. Ich danke Dir, dass du uns erlaubst, heute hier zusammenzukommen, damit wir noch einmal das Lied des Lebens singen können.